Story 88

Der Wilhelm-Schrei

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1951 wurde für den Western Distant Drums eine Serie von Schreien aufgenommen – für eine Szene, in der ein Soldat von einem Alligator gepackt wird. Wer die Aufnahme sprach, ist nicht sicher belegt; häufig genannt wird der Schauspieler und Sänger Sheb Wooley.

Die Aufnahme landete im Soundeffekt-Archiv von Warner Bros. – und wurde von da an in beliebigen Filmen wiederverwendet, wie das bei Effektbibliotheken üblich war.

Der Name

1953 kam der Schrei im Film The Charge at Feather River vor, wo ihn eine Nebenfigur namens Private Wilhelm ausstößt, als sie einen Pfeil ins Bein bekommt. Diese Szene gab ihm später seinen Namen.

Wie er zum Kult wurde

Der Sounddesigner Ben Burtt stieß bei Recherchen in alten Archivbändern darauf, identifizierte die Herkunft und baute ihn bewusst in Star Wars ein – ein Sturmtruppler, der in einen Schacht stürzt.

Burtt gab dem Effekt den Namen „Wilhelm Scream“ und setzte ihn danach in Indiana Jones und weiteren Filmen ein. Andere Sounddesigner machten mit. Es wurde zum Erkennungszeichen einer Zunft: Wer ihn hört, weiß Bescheid.

Er ist in weit über 400 Filmen und Serien belegt – von Disney-Zeichentrick bis Tarantino.

Der Nachklapp

Inzwischen ist der Schrei so bekannt, dass manche Sounddesigner ihn bewusst meiden – er reißt Zuschauer aus dem Film heraus.

Quellen ansehen

Ben Burtt, Interviews und Dokumentationen zur Filmtongeschichte

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