Story 89

Warum Trailer „Trailer“ heißen

1 Minute · wahrscheinlich

0 %

To trail heißt „hinterherziehen“. Und genau da liefen sie: nach dem Hauptfilm.

Wie es dazu kam

Die verbreitete Darstellung führt den Ursprung auf einen Kinobetreiber in New York um 1913 zurück, der ans Ende einer Filmserie eine Ankündigung der nächsten Folge hängte – vergleichbar mit dem heutigen „nächste Woche bei…“.

Für das Kino war das praktisch: Der Film war zu Ende, die Werbung lief mit.

Das Problem

Nach dem Film gingen die Leute nach Hause. Die Werbung lief vor leeren Sälen.

Also wanderten Trailer nach vorn, wo sie ein gefangenes Publikum haben. Der Name blieb – obwohl er seit rund hundert Jahren das Gegenteil beschreibt.

Warum Trailer so klingen, wie sie klingen

Die tiefe Erzählerstimme („In einer Welt…“) ist stark mit einem Sprecher verbunden: Don LaFontaine, der nach eigener Angabe über 5.000 Filmtrailer sprach. Er erklärte den Standardsatz einmal so: Man müsse in wenigen Sekunden eine völlig fremde Welt etablieren – und dafür sei „In a world where…“ schlicht das effizienteste Werkzeug.

Und das dumpfe „BRAAAM“, das jahrelang in jedem zweiten Trailer steckte, stammt aus der Musik zu Inception (2010) von Hans Zimmer und wurde danach millionenfach nachgeahmt.

Quellen ansehen

Filmhistorische Literatur zur Kinowerbung; Interviews mit Don LaFontaine

Fehler in dieser Story melden

Textgröße

Wird auf diesem Gerät gespeichert