Story 33

Weißes Toilettenpapier

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Zellstoff ist von Natur aus bräunlich, weil er Lignin enthält – den Stoff, der Holz stabil macht. Für Papier wird Lignin herausgelöst und der Rest gebleicht.

Warum nicht einfach färben?

In den 1950er- bis 70er-Jahren gab es farbiges Toilettenpapier durchaus: rosa, blau, grün, passend zu Badezimmerfliesen. Es verschwand aus drei Gründen.

Erstens Kosten: Färben ist ein zusätzlicher Produktionsschritt bei einem Produkt mit extrem knappen Margen.

Zweitens Umwelt: Die Farbstoffe landen in der Kanalisation.

Drittens Haut: Es gab wachsende Bedenken wegen Hautreizungen durch Farbstoffe an einer empfindlichen Stelle.

Der unterschätzte Punkt

Weiß signalisiert außerdem Sauberkeit – ein starkes Verkaufsargument bei einem Produkt, bei dem Hygiene das Einzige ist, was zählt. Und ganz praktisch: Auf weißem Papier erkennt man gesundheitliche Auffälligkeiten. Ärztinnen und Ärzte nennen das tatsächlich als Vorteil.

In Frankreich hielt sich rosa Toilettenpapier übrigens deutlich länger als anderswo.

Quellen ansehen

Papierindustrie-Fachliteratur; Marktberichte zur Tissue-Produktion

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