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Warum Richter schwarz tragen

1 Minute · Legende

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Englische Richter trugen im Mittelalter farbige Roben – rot, violett, grün – je nach Anlass und Jahreszeit. Schwarz war nur eine Option unter vielen.

1694

Königin Mary II. starb an den Pocken. Für die Staatstrauer legten Richter schwarze Roben an. Die verbreitete Erklärung lautet: Sie haben sie danach schlicht nie wieder ausgezogen.

Diese Version wird oft erzählt und ist plausibel – aber Historiker weisen darauf hin, dass Schwarz auch vorher schon üblich war und der Wandel eher schleichend verlief. Es ist eine gute Geschichte mit unscharfen Rändern.

Der eigentliche Punkt der Robe

Amtstracht hat eine klare Funktion: Sie löscht die Person. Wer eine Robe trägt, tritt nicht als Individuum auf, sondern als Institution. Keine Modeaussage, kein Statussignal, kein Rückschluss auf Einkommen oder Geschmack.

Die englischen Perücken haben dieselbe Logik – sie kamen im 17. Jahrhundert schlicht als Hofmode und blieben dann als Symbol hängen. In England wurden sie in Zivilverfahren erst 2008 weitgehend abgeschafft.

In Deutschland ist die Robe übrigens nicht bundesweit einheitlich geregelt – Details wie Farbe der Besätze unterscheiden sich je nach Gericht und Land.

Quellen ansehen

Rechtshistorische Literatur zur englischen Court Dress; Judiciary of England and Wales

Geprüft am 2026-08-19

Korrigiert am 2026-08-19

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