Story 32

Die Riffel am Münzrand

1 Minute · geprüft

0 %

Als Münzen noch aus echtem Gold und Silber bestanden, war eine Münze so viel wert wie ihr Metall. Das führte zu einem einfachen Betrug: coin clipping. Man schabte oder feilte vom Rand ein wenig Metall ab, gab die Münze weiter – und sammelte die Späne. Aus genug Spänen ließ sich neues Geld gießen.

Die Lösung

Man prägte Riffel oder Schrift in den Rand. Fehlt der Rand, sieht es jeder sofort. Bei englischen Pfundmünzen steht deshalb bis heute manchmal ein Spruch auf dem Rand.

Der Chefermittler

Als England um 1696 seine Währung neu prägte, war der Aufseher der Königlichen Münze ein gewisser Isaac Newton. Ja, der.

Newton nahm den Job sehr ernst. Er verhörte Verdächtige, arbeitete mit Informanten, ging verkleidet in Londoner Kneipen und ließ über hundert Fälscher überführen. Sein bekanntester Gegner, William Chaloner, endete 1699 am Galgen.

Und heute?

Das Metall ist längst weniger wert als die Münze. Geblieben sind die Riffel aus einem anderen Grund: Sie machen Münzen tastbar unterscheidbar – wichtig für blinde Menschen und für Automaten. Beim Euro haben deshalb fast alle Münzen ein unterschiedliches Randprofil.

Quellen ansehen

Thomas Levenson, „Newton and the Counterfeiter“; Royal Mint Museum

Fehler in dieser Story melden

Textgröße

Wird auf diesem Gerät gespeichert