Story 19

Die Krawatte

1 Minute · geprüft

0 %

Im Dreißigjährigen Krieg dienten kroatische Söldner in französischen Diensten. Sie trugen um den Hals ein geknotetes Tuch – teils praktisch (es hielt den Hemdkragen zusammen), teils als Erkennungszeichen der Einheit.

Paris fand das gut

Am französischen Hof, ab etwa 1660 unter Ludwig XIV., wurde das Tuch zum Modeaccessoire. Der Name blieb an der Herkunft hängen: französisch cravate, abgeleitet von Croate – Kroate. Im Deutschen wurde daraus die Krawatte.

Kroatien feiert deshalb bis heute am 18. Oktober den „Tag der Krawatte“.

Vom Tuch zum Schlips

Jahrhundertelang war das Ding ein wallendes Halstuch. Die moderne, schmale Krawatte mit Schrägschnitt, die sich richtig binden lässt und wieder in Form fällt, ist eine erstaunlich junge Erfindung: Jesse Langsdorf patentierte sie 1924 in New York.

Das Kleidungsstück, das heute Seriosität signalisiert, ist damit jünger als das Automobil.

Quellen ansehen

US-Patent Langsdorf 1924; Académie française zur Etymologie „cravate“

Textgröße

Wird auf diesem Gerät gespeichert