Story 7

Ketchup

1 Minute · geprüft

0 %

Das Wort stammt vermutlich aus dem südchinesischen Raum: kê-tsiap bezeichnete eine fermentierte Fischsauce. Britische Händler brachten das Konzept im 17./18. Jahrhundert nach Europa – und „Ketchup“ wurde dort zur Sammelbezeichnung für dunkle, würzige Würzsaucen.

Es gab Walnuss-Ketchup, Pilz-Ketchup, Austern-Ketchup. Jane Austens Familie hatte Rezepte dafür. Die Tomate kam erst später dazu.

Die Medizin-Phase

Um 1834 behauptete der Arzt John Cook Bennett, Tomaten könnten Durchfall und Verdauungsbeschwerden heilen, und ließ Tomatenkonzentrat zu Pillen pressen. Es folgten Konkurrenzprodukte, dreiste Werbeversprechen und ein regelrechter Patentmedizin-Krieg – bis der Schwindel aufflog.

Warum Heinz gewann

Ketchup verdarb leicht. Henry J. Heinz setzte ab 1876 auf mehr Essig, Zucker und reife Tomaten – nicht wegen des Geschmacks, sondern weil das Produkt dadurch ohne die damals üblichen konservierenden Zusätze haltbar war. Der Geschmack, den heute die halbe Welt kennt, ist also ein Nebeneffekt eines Haltbarkeitsproblems.

Quellen ansehen

Andrew F. Smith, „Pure Ketchup“; Dan Jurafsky, „The Language of Food“

Textgröße

Wird auf diesem Gerät gespeichert