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Warum Honig nie schlecht wird

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Honig ist eines der wenigen Lebensmittel, die praktisch unbegrenzt haltbar sind. Drei Eigenschaften wirken zusammen.

1. Kaum Wasser

Honig enthält typischerweise nur etwa 17 % Wasser. Er ist eine übersättigte Zuckerlösung und stark hygroskopisch – er zieht Wasser an. Für Bakterien und Pilze bedeutet das: Sie werden osmotisch ausgetrocknet. Wasser wird ihnen buchstäblich aus den Zellen gezogen.

2. Sauer

Der pH-Wert liegt typischerweise zwischen etwa 3,5 und 4,5 – ähnlich wie bei Orangensaft. Für die meisten Mikroorganismen ist das zu sauer.

3. Selbstdesinfizierend

Bienen fügen beim Herstellen das Enzym Glucose-Oxidase hinzu. Wenn Honig mit Wasser in Kontakt kommt, entsteht daraus in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid – ein Desinfektionsmittel.

Deshalb wurde Honig jahrtausendelang zur Wundbehandlung eingesetzt, und medizinischer Honig wird bis heute in der Wundversorgung verwendet.

Der Fund

In ägyptischen Grabkammern wurden Gefäße mit Honig gefunden, der nach Angaben der Ausgräber noch nicht verdorben war. Diese Aussage wird oft zitiert und ist schwer streng zu überprüfen – plausibel ist sie aufgrund der Chemie durchaus.

Die Bedingung

Das gilt nur für verschlossenen Honig. Offen zieht er Feuchtigkeit aus der Luft, und ab einem bestimmten Wassergehalt kann er gären.

Und ein ernster Hinweis: Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Für Erwachsene harmlos, für Säuglinge unter zwölf Monaten gefährlich – deshalb die Warnung auf vielen Gläsern.

Quellen ansehen

Lebensmittelchemische Fachliteratur; Molan, Forschung zu medizinischem Honig

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