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Ansteckendes Gähnen

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Gähnen ist eines der ansteckendsten Verhalten überhaupt. Es genügt, jemanden gähnen zu sehen, zu hören, davon zu lesen oder daran zu denken.

Was man weiß

Der Effekt ist sozial abgestuft: Studien der Universität Pisa (Norscia & Palagi) zeigten, dass Menschen deutlich häufiger und schneller mitgähnen, wenn die andere Person nahesteht – Familie stärker als Freunde, Freunde stärker als Bekannte, Bekannte stärker als Fremde. Die Nationalität spielte dabei keine Rolle, die emotionale Nähe schon.

Ansteckendes Gähnen tritt bei kleinen Kindern noch kaum auf und entwickelt sich typischerweise im Alter von etwa vier bis fünf Jahren – ungefähr parallel zur Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.

Auch Schimpansen, Hunde und einige andere sozial lebende Arten zeigen es. Hunde gähnen sogar mit ihren Menschen mit.

Und warum gähnen wir überhaupt?

Das ist erstaunlicherweise nicht abschließend geklärt. Die alte Schulerklärung – Sauerstoffmangel – gilt als widerlegt. Eine derzeit diskutierte Hypothese ist die Gehirnkühlung: Der tiefe Zug kühler Luft und die Bewegung der Kiefermuskulatur könnten die Temperatur im Gehirn leicht senken. Passend dazu gähnen Menschen bei kühler Umgebungsluft häufiger als bei sehr warmer.

Ein Alltagsverhalten, das jeder Mensch täglich zeigt – und dessen Zweck die Wissenschaft bis heute diskutiert.

Quellen ansehen

Norscia & Palagi, PLOS ONE (2011); Gallup, Hypothese zur Thermoregulation

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