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Der Spiegel im Aufzug

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Als Hochhäuser in den USA immer höher wurden, gab es massive Beschwerden über Wartezeiten am Aufzug. Die naheliegende Lösung – schnellere oder zusätzliche Aufzüge – war baulich extrem teuer.

Die Umdeutung des Problems

Ein Berater soll darauf hingewiesen haben, dass die Beschwerde nicht „zu lange“ lautet, sondern „zu langweilig“. Die Wartezeit war nicht das Problem, sondern die gefühlte Wartezeit.

Also hängte man Spiegel in die Aufzugslobbys und in die Kabinen. Die Beschwerden gingen deutlich zurück. Menschen betrachten sich selbst, beobachten unauffällig andere – und die Zeit vergeht subjektiv schneller.

Wie belastbar ist das?

Die konkrete Anekdote wird in unterschiedlichen Versionen erzählt und ist schwer auf ein Originalereignis zurückzuführen. Gut belegt ist dagegen das dahinterliegende Forschungsfeld: Queue Psychology. David Maister formulierte 1985 unter anderem: unbeschäftigte Wartezeit fühlt sich länger an als beschäftigte, und ungewisses Warten länger als bekanntes.

Deshalb gibt es Fortschrittsbalken, Anzeigetafeln an Bushaltestellen – und lange Wege zur Gepäckausgabe an Flughäfen. Wer läuft, wartet gefühlt nicht.

Quellen ansehen

David H. Maister, „The Psychology of Waiting Lines“ (1985)

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